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Sonntag, 12 Februar 2017 21:53

Integrierte Kamera im Fernseher - Ein Paradies für Einbrecher und Spanner

geschrieben von
Der Berliner Kurier veröffentlichte am 08.02.2017 einen Artikel unter der Schlagzeile "Private Überwachungskameras - Die Horch- und Guck-Falle".

Dabei geht es um das Ausspähen über integrierte Kameras in Fernsehern, Notebooks, TabletPCs und anderen Geräten. Dieter Kugler ein Kollege aus Bad Heilbrunn hat einen solcher Fälle enttarnt, bei dem über solche Kameras eine Wohnung von Einbrechern ausgespäht worden ist. Er schrieb dazu:

"Folgender Anruf hat mich aus der Nähe von Berlin erreicht:

Der Anrufer war sehr verstört, da er seit einiger Zeit auf sein Handy von unbekannter Seite immer wieder Drohungen erhält. Er hat auch bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Von der Polizei wurde ihm gleich gesagt, dass es wenig Chancen gibt das aufzudecken.
Schlimmer wurde es dann für ihn, da er detaillierte Schilderung vom Inneren seines Hauses erhielt. Er hat daraufhin aus Angst vor Einbrüchen eine Alarmanlage installieren lassen.

Nachdem er keine Erklärung für diese Drohungen hatte, und sich auch nicht vorstellen konnte woher diese intimen Kenntnisse aus seinem Haus stammten, hat er ein Unternehmen beauftragt, Messungen im Haus, auch auf Wanzen etc. durchzuführen. Ergebnis war null. Mitteilungen auf seinem Smartphone gingen weiter. Er hat mich deswegen beauftragt, den Ursprung dieser Kenntnisse über sein Haus herauszufinden. 

Bei meinen Messungen zeigten sich aus dem Senderbreich, Fernsehen, Rundfunk, Mobilfunk etc. nur schwache Funkbelastungen. Auffällig war eine nach baubiologischen Kriterien extreme Funkbelastung durch WLAN. Quelle war ein WLAN-Router im Technikraum neben dem Wohnzimmer. Nach Abschaltung des Routers waren im Haus, speziell im Wohnzimmer am Sofa immer noch extreme Werte im Bereich von 3.000 - 4.000 µW/m². Als Quelle stellte sich der Samsung - Fernseher heraus.  Am Gerät waren es über 13.000 µW/m². Das Gerät war nur im Standby. Nach Trennung der Stromversorgung war WLAN aus. Die Bildversorgung lief über Kabel.

Nachdem wir den Fernseher als ursächliche Quelle herausgefunden hatten, erzählte mir der Kunde folgende Story:

Seine Partnerin und er saßen abends auf dem Sofa. Der Fernseher lief, wurde aber nur am Rande beachtet. Auf einmal sagte seine Partnerin „Du, die meinen uns“. Sie fühlte sich aus dem Fernseher angesprochen. Die Person war ihr nicht bekannt, sie dachte, das wäre irgendeine Serie, die gerade lief. Sie wollte jetzt wissen, ob das wirklich stimmte. Sie sagte der Person, sie solle doch mal das oder jenes machen, worauf das passierte. Dann war die Person weg.

Wir haben dann den Fernseher eingeschaltet. Der Versuch über das Menü WLAN zu deaktivieren war nicht möglich. Ich habe ihm daraufhin die Empfehlung gegeben einen Techniker zu holen, der die Einstellungen im Fernseher entsprechend korrigiert. Der Techniker war zwei Tage später da. Seine Bemühungen waren erfolglos. Er rief daher Samsung an, um zu erfahren, wie man WLAN deaktivieren kann. Von dort bekam er die lapidare Auskunft, dass WLAN bei diesem Gerät immer läuft, und nicht ausgeschaltet werden kann. 
Im Fernseher ist auch eine Kamera installiert. Da der Fernseher so stand, dass ein Großteil des Erdgeschosses mit Treppe nach oben zu überblicken war, stammten die Kenntnisse des Unbekannten wohl daher. Das WLAN agierte als freies WLAN, es gab auch keine Möglichkeit es mit einem Code zu blockieren.

Ein weiterer Fernseher war im Schlafzimmer. Auch dort war WLAN aktiv, ließ sich aber über das Menü deaktivieren. Allerdings war WLAN beim Neustart sofort wieder aktiv.

Einen Tag später fand ich in der Berliner Zeitung einen sehr interessanten Artikel "Die Horch und Guck-Falle" der genau diese Situation bei der Nutzung von Smartphones, iPads beschrieb.
Dem Kunden habe ich übrigens empfohlen Samsung zur Rücknahmen des Fernsehers aufzufordern. Wenn nicht sollte er Samsung m. E. auf Hausfriedensbruch, Verletzung der Intimsphäre, Spionage, gesundheitsgefährdende Strahlenbelastung etc. verklagen."

 

Seien Sie achtsam mit Ihren technischen Geräten, denn selbst Facebook-Gründer Mark Zuckerberg klebt seine Webcam ab.

 

 
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