Weniger Strahlung gibt mehr ... Lehrerpräsident im Interview: "Wir brauchen keine Laptop-Klassen"
Samstag, 01 Oktober 2016 00:00

Lehrerpräsident im Interview: "Wir brauchen keine Laptop-Klassen"

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Digitale Bildung - Mit der Lizenz zur Verdummung 123rf.com

"Schulen mit Computer, Tablets, Laptops auszustatten, bringt für den Unterricht kaum etwas. Es nutzt am Ende nur der Industrie und den Herstellern. Viele Studien warnen davor, dass Deutschland digital abgehängt werden könnte. Aber man muss auch mal sehen, wer diese Untersuchungen in Auftrag gibt. Das sind die großen Telekommunikationsfirmen. Es gibt keine belastbaren Befunde darüber, dass digitalisierte Schulen zu besseren Schülerleistungen führen."

So die Aussage von Josef Kraus, dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes im Interview mit Rasmus Buchsteiner.

Die Diskussion um den Einsatz digitaler Medien heizt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) gerade wieder an. Unterstützt und vermutlich initiert von den Lobbyverbänden der Kommunikationsindustrie und deren Hersteller. In dieser sehr hitzigen Debatte werden Ängste geschürt, um damit Kasse zu machen und Kontrolle zu gewinnen. Die Technologiefirmen wollen in die Schulen, denn dort sind die Kinder, die wir seit Jahrzehnten vor der Kommerzialisierung schützen wollen. Nun soll der Damm endlich brechen und unsere Kinder so früh wie möglich zu berechenbaren Konsumenten erzogen werden. Natürlich geht es auch um sehr große Summen, denn sind die Firmen erst einmal in den Schulen, müssen diese Jahr für Jahr Milliardenbeträge ausgeben, um deren Hard- udn Software auf dem Laufenden zu halten. Und nebenbei verfallen die Schulgebäude noch weiter und es müssen noch mehr Lehrerstellen gestrichen werden, weil für so etwas dann noch weniger Geld zur Verfügung steht.

"Die Digitalisierung der Klassen würde die bei den Schülern ohnehin vorhandene Neigung zum Häppchenwissen noch verstärken. Es leidet die Konzentration. Es leidet das Lesevermögen und die Diskursfähigkeit.", sagt Kraus in dem Interview, das Sie unter  www.pnp.de/nachrichten/bayern/2253367_Lehrerpraesident-im-Interview-Wir-brauchen-keine-Laptop-Klassen.html nachlesen können.

Dasselbe bestätigen zahlreiche Forschungen zu dem Thema. Hirnforscher warnen flächendeckend vor dem frühen Einsatz digitaler Technik in Schulen. Manfred Spitzer ist einer dieser Hirnforscher, die öffentlich berichten, was alle bisherigen Studien herausgefunden haben: "Das ist eine Verdummungsmaßname". Spitzer führt in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur (www.deutschlandradiokultur.de/manfred-spitzer-zum-digitalpakt-fuer-schulen-eine-massnahme.1008.de.html?dram:article_id=368325) weiter aus: 

Spitzer spricht an, was viele Industrievertreter, Politiker, Lobbyisten und sogar Lehrer, Schüler und Eltern nicht wahrhaben möchten: Es ist ein Wunschdenken, dass die Digitaliserung in Schulen die Bildung verbessern würde. Mit Tatsachen hat das nichts zu tun, denn alle bisherigen Studien zeigen eindeutig, dass digitale Bildung ein Rückschritt ist.

Das Wichtigste in Schulen sind die Lehrer. Dort sollten die geplanten 5 Milliarden Euro investiert werden und nicht in Technik, die die Schüler verdummen lässt und in spätestens 3 Jahren wieder veraltet ist. Die Schule soll das Denken fördern und nicht das "Wischen".

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