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Sonntag, 20 August 2017 14:55

Roboter (Bots) verbreiten im Internet Meinungen, machen Propaganda und chatten mit Menschen

geschrieben von
News oder Fakenews 123rf.com

Das Internet wird überschwemmt von meinungs- und stimmungsbildenden Texten, Kommentaren und Chats, die nicht von echten Menschen, sondern von programmierten Bots (Computern) geschrieben werden.

Egal ob, Facebook, Medienportale, Bewertungen in Onlineshops oder Reiseportalen, alles wird gezielt mit Texten zugepflastert, um den Lesern eine eindeutige "Richtung" zu vermitteln. Leser neigen dazu die Meinungen und Aussagen zu glauben, die am häufigsten wiederholt werden. Und genau diese menschliche Schwäche machen sich Lobbyisten, Konzerne, politische und militärische Gruppen zu nutze. Hätte Hitler das Internet gehabt, hätten wir heute ein diktatorisches Weltreich. So einfach wie heute war es noch nie, Propaganda zu machen.

Neuerdings gibt es einen trendigen Begriff dafür: "Fakenews". Das sind Falschnachrichten. Als ob es so etwas nicht schon immer gegeben hätte. Dank Internet und der Entwicklung von Bots, die inzwischen täuschend echt mit Menschen chatten können, haben Fakenews eine neue Dimension erreicht. Dadurch wird das Internet zur größten Desinformationsquelle überhaupt. Jeder Text, jeder Kommentar, jede Bewertung kann von einem Computer geschrieben worden sein und eine unglaubliche Zahl ist es bereits.

Diese Computer haben kein Interesse an Wahrheiten, sondern nur daran, die Interessen seines Auftraggebers zu vertreten. Wer glaubt sich heute noch im Internet informieren zu können, wird desinformiert. Es bedarf sehr großer Achtsamkeit, viel Vorwissen und einer gehörigen Portion Misstrauen bei allem, was wir im Internet lesen.

Werbung war viele Jahrzehnte lang sehr eindeutig, platt und leicht zu erkennen. Das hat sich geändert. Werbung gibt es heute in Form von journalisten Artikeln, die vorgaukeln gut recherchiert zu sein, in Wahrheit aber nur eine Meinung bei seinen Lesern bilden sollen. Auch Wissenschaftsmagazine und hoch angesehene Fachzeitschriften sind durchzogen von Konzerninteressen, die erst bei sehr aufwendiger Recherche und viel Vorwissen offensichtlich werden.

Woran erkennen wir Fakenews?

Die Qualität von Bots und inszenierten Texten ist sehr unterschiedlich. Auf den ersten Blick sind sie selten zu erkennen. Viel Vorwissen und eine kritische Betrachtung lassen sie trotzdem schnell erkennen. Wichtig ist, verschiedene Sichtweisen und Texte zu dem Thema zu lesen. Tauchen dabei zu allen Meinungen eindeutige Hinweise und nachvollziehbare logische Standpunkte auf, gibt es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit meinungsbildende Texte darunter. Unterstützt eine Sichtweise Finanz- oder Machtinteressen, tendiere ich dazu, noch genauer hinzuschauen. Werden dabei Personen oder Personengruppen persönlich angegriffen, diffamiert oder als inkompetent dargestellt, handelt es sich sehr wahrscheinlich um gezielte Meinungsmache. Diese Mittel werden seit Jahrzehnten zur öffentlichen Meinungsbildung eingesetzt. Und wer die Mittel und die Macht hat, solche Methoden einzusetzen, der macht es.

Richtig spannend wird es, wenn die gescholtene Gegenseite von Ihrem Standpunkt keinerlei oder kaum finanziellen oder machtgewinnenen Profit hat und trotz der harten öffentlichen Meinungsmache und persönlicher Angriffe über Jahre und Jahrzehnte hinweg vorhanden bleibt und mitunter sogar wächst. Dann kann man sich fast sicher sein, dass diese Minderheit deutlich näher an der Wahrheit ist, als die "geprägte" öffentliche Meinung.

Leider gibt es auf beiden Seiten immer sehr wortstarke Stammtischprolethen, Gierlappen und Mitläufer. Diese gehören keiner der o.g. Gruppen an, reden aber kräftig mit. Es ist wichtig diese so gut wie möglich herauszufiltern, um den Kern des Themas nicht aus den Augen zu verlieren.

"Amerikanische Schüler und Studenten erkennen im Internet nicht, ob Informationen wahr oder falsch sind.Amerikanische Schüler und Studenten erkennen im Internet nicht, ob Informationen wahr oder falsch sind."

Jeder fünfte Deutsche nimmt sich für 2017 vor, das Handy, den Computer oder das Internet weniger zu nutzen. Bei jungen Erwachsenen planen sogar 38 Prozent einen Rückzug aus der Online-Welt. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Studie mit mehr als 3.000 Befragten im Auftrag der DAK-Gesundheit. Der Jahresvergleich zeigt: Seit 2014 ist die Zahl der Menschen, die öfter mal abschalten wollen, von 15 auf 20 Prozent gestiegen. Bei den 14 bis 29 Jährigen ist der Trend besonders deutlich: 38 Prozent planen, ihren Medienkonsum 2017 einzuschränken. Vor zwei Jahren waren es noch 29 Prozent.

Hella Thomas, Präventionsexpertin der DAK-Gesundheit, bewertet den Trend positiv: „Wer Smartphone und Computer öfter mal ausschaltet, bleibt entspannt und fördert seine Konzentrationsfähigkeit.

Quelle: DAK-Gesundheit

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