Aktuelles | Artikel | Schlagzeilen (2)
MMumm_Logo_HP_200x148.png
Mittwoch, 23 August 2017 10:04

Stromausfall - Smartmeter als Einfallstor

geschrieben von
Smartmeter Urheber: milagli / 123RF Lizenzfreie Bilder

Stromzähler werden derzeit deutschlandweit ausgetauscht gegen sogenannte "Smartmeter". Diese neuen Stromzähler unterscheiden sich von den alten darin, dass der Zählerstand nicht mehr durch direktes Ablesen am Zähler abgelesen wird, sondern per Software über das Internet abgelesen werden kann. Und weil Smartmeter mit dem Internet verbunden sind, wird der Stromzähler automatisch zu einem Einfallstor für Computer-Hacker. Plötzlich wird das häusliche Stromnetz angreifbar und kann jederzeit Opfer von Viren, Trojanern oder einem gezielten Computer-Hack werden.

Der Normalfall wird sein, dass einfach nur Ihre Stromdaten von Dritten ausgelesen werden. In Ihren Stromdaten stecken viele nützliche Informationen für Außenstehende. Ihre täglichen Routinen werden dadurch gläsern, denn an Ihrem Stromverbrauch kann man ziemlich genau ablesen, welche Geräte Sie wann am Tag, wie oft und wie lange einschalten.

So ein persönliches Profil von Ihnen nützt Ihrem Stromanbieter, der Ihre Daten einfach an Dritte verkauft (lesen Sie sich ganz genau Ihren Vertrag und die AGBs durch). Diese Dritten sind vor allem Unternehmen, die Ihnen anhand Ihres Profils gezielt Angebote und Werbung zukommen lassen. Ihre neue "Transparenz" wird ganz sicher die Begehrlichkeiten von Anbietern in Ihrer Nachbarschaft wecken, die sie dann ganz gezielt mit maßgeschneiderten Angeboten in Ihre Geschäfte locken will. Ob das nun gut oder schlecht für Sie ist, dürfen Sie selber beurteilen.

Ein noch spannenderer legaler Missbrauch Ihrer Transparenz beginnt, wenn Versicherungen an Ihre Daten kommen. Plötzlich steigt ihr Beitrag oder fällt, je nach Profil. Oder Sie bekommen gar keinen Vertrag, weil Sie anhand Ihres Profil in eine besondere Risikoklasse gerutscht sind. Und noch problematischer kann es werden, wenn Behörden Ihr Profil sehen können. Aus einem harmlosen, gesetzestreuen "Nichts-zu-verbergen"-Mensch kann anhand seines Stromnutzungsprofils ein Risikokandidat werden. Sie können noch so ehrlich und rechtsschaffend sein, mit geschickter Datenfehlinterpretation oder -verdrehung wird aus Ihnen im Handumdrehen ein Unmensch. Vor allem, da sich Ihre Stromdaten auch ganz einfach manipulieren, also fälschen, lassen. Wer zusätzlich auch ein Smarthome besitzt, ist besonders angreifbar. Dann können Angreifer die gesamte Technik im Haus fernsteuern: Im Winter die Heizung abstellen, den Kühlschrank abstellen oder hoch bzw. runterdrehen, das Licht oder andere Geräte ständig ein- und ausschalten und vieles mehr.

Natürlich wird Ihr Stromprofil bei Kriminellen besonders begehrt sein. Mit Ihren Daten können Krimimelle vom Schreibtisch aus ganz einfach sehen, wann Sie im Urlaub sind und sich ein Einbruch bei Ihnen lohnt. Sie können anhand der Daten sogar einschätzen, welche Technik Sie im Haus haben und ob eine Alarmanlage läuft und eventuell sogar welche. Niemals war es so einfach für Kriminelle, Sie auszuspionieren. Auch Ihr aktueller Lebensgefährte oder Ex-Partner wird ganz schnell erfahren, wann Sie Zuhause sind und ob Sie Besuch von jemandem haben, von denen "er" oder "sie" nichts erfahren soll. Selbst wenn die Interpretation falsch ist, führt sie zu Streit, Stress und Misstrauen.

Angreifer, Behörden oder Ihr Stromanbieter können mal eben so Ihren Strom abstellen. Auch ein Softwarefehler oder Virus kann für spontane Blackouts sorgen. Dank Smartmeter werden Stromausfälle wieder zum Alltag gehören. Und wenn Sie nun glauben, dass das alles nur theoretische Horrorvorstellungen sind, lesen Sie einen Artikel zu einer Studie "Blackout-durch-Hacker-wird-real-ist-Oesterreich-vorbereitet" darüber. Das alles ist längst Realität in Ländern, wo Smartmeter bereits verbreitet sind.

Und wenn Strom plötzlich angreifbar ist, dann sind es auch unsere Lebensmittel, wie die Studie "Ernährungsvorsorge in Österreich" aus dem Jahr 2015 deutlich macht: Risiko-_und_Krisenmanagement_fuer_die_Ernaehrungsvorsorge__EV-A_.pdf

Ohne Strom fließt kein Wasser aus der Leitung. Auch unsere Versorger werden dank Smartmeter noch leichter angreifbar. Da wir aufgrund der aktuell guten Versorgung, vor allem in Städten, kaum noch Vorräte anlegen, sind wir verwundbar. "Eine Achillesferse unserer modernen Gesellschaft". Die Kühlketten bei Herstellern, Transporteuren, Supermärkten und Privathaushalten können unterbrochen werden, wodurch Tiefkühlware, Fleisch- und Milchprodukte, Obst und Gemüse verderben.

Offiziell heisst es, Smartmeter würden Stromkosten sparen. Tatsächlich gibt es kaum Einspareffekte. Das zeigt eine Kosten-Nutzen-Analyse von Wiso-Direkt mit dem Titel "Intelligente Stromzähler (Smart Meter) – mehr Risiken als Nutzen für Verbraucherinnen und Verbraucher?"

Smartmeter sind also ein ähnliches WindEi wie die Zeitumstellung, allerdings deutlich gefährlicher.

Sie sehen, es lohnt sich, sich gegen Smartmeter zu wehren, denn Sie sind die Person, die am wenigsten davon profitiert. Ganz im Gegenteil.

 

 
Gelesen 264 mal